Vergleich Tesla Model 3 (performance) vs. BMW i3s

Im Jahr 2018 wollte ich meinen “dicken” Mercedes-SUV bei Erreichen der 100.000 km Schallmauer gegen einen kleineren Wagen Tauschen. Der Mercedes war sicher ein schnelles und komfortables Oberklassenfahrzeug, hatte aber vor allem Aufgrund seines Verbrauchs und der Dimensionen erhebliche Einschränkungen im Alltag. Gleichzeitig wollte ich Elektromobilität ausprobieren und entschied mich (nach langer Wartezeit auf das Model 3 von Tesla, das zum damaligen Zeitpunkt immer noch nicht verfügbar war) für einen BMW i3s mit 120 Ah Batterie. Lademöglichkeiten nur noch per Typ 2 Ladekabel (bis 22 kW) und CCS als Schnelladeoption (bis 50 kW).

Der BMW i3s (120 Ah Batterie)

Der BMW i3s am Schnellader in Leer

Der BMW hat mich vor allem auf meinen Alltagsstrecken gut begleitet. Die Reichweite mit mindestens 180-200 km war für mich im Alltag wirklich tauglich. Gelegentlich klemmte der BMW mal an der eigenen Stromtanke, meistens jedoch an einer öffentlichen Stromtankstelle der EWE, die hier im Landkreis häufig zu finden sind. Immer in Gehreichweite von Praxis oder Zuhause. Etwas Gewöhnungsbedürftig war anfangs die Himmelpfortentüre (Sprich gegenläufige Öffnung von Fahrer/Beifahrer bzw. Fondstüren. Dadurch ist zwar eine kompaktere Bauweise möglich (B-Säule fehlt), gleichzeitig wird man genötigt, gleichzeitig mit den Kindern in dem Raum zwischen Fahrer- und Beifahrertür beim Ein/Aussteigen zu stehen. Alleine Komfortabel – zu Zweit mit einem quängelnden Kind nicht so praktisch. Das Auto hat uns dennoch sehr gut gefallen. Trotz seiner kompakten Maße waren selbst für mich als großen Menschen (195 cm, 100 kg) und die Mitfahrer alle Sitze gut zu nutzen. Man muss bedenken, dass hinten nur zwei Personen (oder ISOFIX Sitze) Platz nehmen können. Ein Sitz für eine dritte Person ist nicht vorgesehen. Technische Probleme hatte ich mit dem BMW keine, einmal wurde eines der Frontlichter getauscht, weil ein LED-Problem bestand.

Einstieg im BMW i3s

Als Nachteilig erwies sich der BMW auf längeren Strecken. Die Reichweite von ca. 200 km bei moderater Fahrweise (110-130 km/h auf Autobahnen, Landstraßen im Rahmen der zulässigen Höchstgeschwindigkeit) reicht von Ostfriesland aus nicht ganz bis Hamburg (230 km) oder ins Ruhrgebiet (Essen 230 km) oder nach Hannover (235 km). Sodass einmal Zwischenladen mindestens erforderlich wird, um die jeweiligen Punkte zu erreichen. Dieses ist mit einem CCS Schnellader zwar einigermaßen fix gemacht, aber VOLL geladen ist das Auto natürlich nach 30-45 Minuten auch nicht, sodass man an der Destination wieder suchen muss, oder – bei längeren Strecken halt den nächsten Schnellader braucht. Alleine ist das zwar “nur” etwas Mühsam und zeitraubend, ist aber ein (Klein-)Kind dabei, ist es für mich unmöglich gewesen, mit dem BMW diese Strecken zu fahren. Auch nach dem Dienst am Abend kann man das vergessen. Wären diese im letzten Absatz beschriebenen Nachteile nicht gewesen, hätte ich den BMW gerne behalten.

Der Tesla – Model 3 AWD Performance

Tesla Model 3P

Okay, es hätte nicht der Performance sein müssen, aber da hat mich der zusätzliche Beschleunigungskick gerezit. Der Tesla ist natürlich das größere Auto. Es bietet im Vergleich zum BMW einen normalen Einstieg, entsprechend eine B-Säule. Das Cockpit ist beim BMW bereits sehr modern, beim Tesla aufgrund des 15 Zoll Displays im Querformat und sonst fehlenden optischen Instrumenten einfach nur noch futuristisch. Mir und der Familie gefällt es. Man merkt einfach, dass dieses Auto nur für eMobilität konziziert ist. Das Nachladen geht – an Tesla Superchargern so schnell, dass das Auto in ca. 15-20 Minuten den nächsten großen Sprung von 200-250 km schafft und damit absolut Familientauglich ist. Zwischendurch kann man im Parkmodus zur Erheiterung der Kinderschar auch mal Netflix schauen, das ist nämlich eingebaut (Abo vorausgesetzt). Die Verabreitungsqualität kann ich nicht bemängeln. Das Gefährt macht einen wertigen Eindruck und die Spaltmaße (*sic*) fand ich nicht auffällig. Einen Austausch der LED im Kofferraum habe ich vorgenommen. 3 Minuten “Arbeit” pro LED – damit ist dieser aber dann auch wirklich hell beleuchtet. Außerdem habe ich einen QI Charger für 40 Euro eingebaut, um nicht immer die Handys aufstecken zu müssen. Einziger Kritikpunkt nach 2000 km der mir einfällt ist der Bauart des Autos geschuldet: die Zugänglichkeit des wirklich tiefen Kofferraums ist durch die Klappenkonstruktion in meinen Augen etwas eingeschränkt.