Platz zwei – aber von hinten

Puh. Die folgende Grafik aus dem Ärzteblatt (Ausgabe 4/3020) Hat es wirklich in sich. Die wenigsten Ärzte/Pflegekräfte pro Fall nach Ungarn. Perfekt. Platz zwei. Nur wie rum liest man das? Achso, eher das Schlusslicht, als die führende Nation. Ungarn ist bei beidem weiter zurück, Belgien macht nen Sprung nach oben bei den Pflegenden, aber nach hinten bei den Ärzten.

Ein paar Tage Leipzig

Ein spannender Ausflug nach Leipzig. Bislang war ich noch nie in der Stadt und etwas aufgeregt. Von Leer aus ist Leipzig wirklich einfach mit der Bahn zu erreichen – es gibt tatsächlich mehrere durchgehende IC-Züge, die einen bequem von Bahnhof zu Bahnhof befördern, wenn sie nicht kurzfristig ausgesetzt werden, wie bei mir geschehen. seuftz

Angekommen in Leipzig fällt mir – an einem Donnerstag Mittag ersteinmal die Leere im großen Bahnhof auf. Wenig Menschen auf den Bahngleisen und auch im Bahnhof ist eher angenehm wenig Betrieb. Vielleicht liegt es auch an der eisigen Kälte, die aktuell im Januar vorherrscht, ich weiss es nicht. Der Bahnhof ist wirklich modern, möchte ich hinzufügen. Viele Geschäfte, ein großartiges Angebot für den Reisenden. Ich fühle mich an Hannover erinnert – oder auch an andere Konzeptbahnhöfe, die den Mief des letzten Jahrtausends abgelegt haben.

Nach dem Verlassen des Bahnhofs nagelt mich nach 80m fast die Straßenbahn über. Puh, da merke ich mal wieder, dass ich das als Dorfkind nicht gewöhnt bin. 🙂 Zum Hotel sind es nur 15 Minuten Fußweg durch die Leipziger Innenstadt, denn am Südlichen Ende liegt das NH Hotel, dass ich mir ausgesucht habe. Vorbei geht es natürlich an den großen Einkaufsketten, Starbucks, McD, etc. aber auch eingestreuten Regionalen Akzenten, die zumindest eine gewissen individuellen Charakter verleihen. Praktisch an jeder Ecke steht ein mobiler Verkäufer für Thüringer Bratwurst. Es ist ein Phänomen.

Auf der Wanderung durch die Stadt sehe ich viele Orte, die ich irgendwoher kenne. Die Nikolaikirche (Montagsdemos), das Gewandhaus (Kurt Masur), Auerbachs Keller (Faust) um nur einige zu nennen. Zum Völkerschlachtdenkmal bin ich nicht rausgelaufen.

Die Stadt kommt mir eher alternativ-links vor. Mag auch daran liegen, dass gerade ordentlich demonstriert wird seitens der links-autonomen Szene, aber auch sonst hat man eher das Gefühl im Bremer Viertel, der Hamburger Schanze oder so herumzulaufen, wo das Herz eher links schlägt. Die Menschen sind freundlich – viele Rauchen. Das ist mir wirklich aufgefallen. Mehr als bei uns daheim.

Insgesamt ein schöner Ausflug in den Osten. Gerne nochmal wieder. Dann mit Völkerschlachtdenkmal und ohne große Polizeipräsenz.

Vergleich Tesla Model 3 (performance) vs. BMW i3s

Im Jahr 2018 wollte ich meinen “dicken” Mercedes-SUV bei Erreichen der 100.000 km Schallmauer gegen einen kleineren Wagen Tauschen. Der Mercedes war sicher ein schnelles und komfortables Oberklassenfahrzeug, hatte aber vor allem Aufgrund seines Verbrauchs und der Dimensionen erhebliche Einschränkungen im Alltag. Gleichzeitig wollte ich Elektromobilität ausprobieren und entschied mich (nach langer Wartezeit auf das Model 3 von Tesla, das zum damaligen Zeitpunkt immer noch nicht verfügbar war) für einen BMW i3s mit 120 Ah Batterie. Lademöglichkeiten nur noch per Typ 2 Ladekabel (bis 22 kW) und CCS als Schnelladeoption (bis 50 kW).

Der BMW i3s (120 Ah Batterie)

Der BMW i3s am Schnellader in Leer

Der BMW hat mich vor allem auf meinen Alltagsstrecken gut begleitet. Die Reichweite mit mindestens 180-200 km war für mich im Alltag wirklich tauglich. Gelegentlich klemmte der BMW mal an der eigenen Stromtanke, meistens jedoch an einer öffentlichen Stromtankstelle der EWE, die hier im Landkreis häufig zu finden sind. Immer in Gehreichweite von Praxis oder Zuhause. Etwas Gewöhnungsbedürftig war anfangs die Himmelpfortentüre (Sprich gegenläufige Öffnung von Fahrer/Beifahrer bzw. Fondstüren. Dadurch ist zwar eine kompaktere Bauweise möglich (B-Säule fehlt), gleichzeitig wird man genötigt, gleichzeitig mit den Kindern in dem Raum zwischen Fahrer- und Beifahrertür beim Ein/Aussteigen zu stehen. Alleine Komfortabel – zu Zweit mit einem quängelnden Kind nicht so praktisch. Das Auto hat uns dennoch sehr gut gefallen. Trotz seiner kompakten Maße waren selbst für mich als großen Menschen (195 cm, 100 kg) und die Mitfahrer alle Sitze gut zu nutzen. Man muss bedenken, dass hinten nur zwei Personen (oder ISOFIX Sitze) Platz nehmen können. Ein Sitz für eine dritte Person ist nicht vorgesehen. Technische Probleme hatte ich mit dem BMW keine, einmal wurde eines der Frontlichter getauscht, weil ein LED-Problem bestand.

Einstieg im BMW i3s

Als Nachteilig erwies sich der BMW auf längeren Strecken. Die Reichweite von ca. 200 km bei moderater Fahrweise (110-130 km/h auf Autobahnen, Landstraßen im Rahmen der zulässigen Höchstgeschwindigkeit) reicht von Ostfriesland aus nicht ganz bis Hamburg (230 km) oder ins Ruhrgebiet (Essen 230 km) oder nach Hannover (235 km). Sodass einmal Zwischenladen mindestens erforderlich wird, um die jeweiligen Punkte zu erreichen. Dieses ist mit einem CCS Schnellader zwar einigermaßen fix gemacht, aber VOLL geladen ist das Auto natürlich nach 30-45 Minuten auch nicht, sodass man an der Destination wieder suchen muss, oder – bei längeren Strecken halt den nächsten Schnellader braucht. Alleine ist das zwar “nur” etwas Mühsam und zeitraubend, ist aber ein (Klein-)Kind dabei, ist es für mich unmöglich gewesen, mit dem BMW diese Strecken zu fahren. Auch nach dem Dienst am Abend kann man das vergessen. Wären diese im letzten Absatz beschriebenen Nachteile nicht gewesen, hätte ich den BMW gerne behalten.

Der Tesla – Model 3 AWD Performance

Tesla Model 3P

Okay, es hätte nicht der Performance sein müssen, aber da hat mich der zusätzliche Beschleunigungskick gerezit. Der Tesla ist natürlich das größere Auto. Es bietet im Vergleich zum BMW einen normalen Einstieg, entsprechend eine B-Säule. Das Cockpit ist beim BMW bereits sehr modern, beim Tesla aufgrund des 15 Zoll Displays im Querformat und sonst fehlenden optischen Instrumenten einfach nur noch futuristisch. Mir und der Familie gefällt es. Man merkt einfach, dass dieses Auto nur für eMobilität konziziert ist. Das Nachladen geht – an Tesla Superchargern so schnell, dass das Auto in ca. 15-20 Minuten den nächsten großen Sprung von 200-250 km schafft und damit absolut Familientauglich ist. Zwischendurch kann man im Parkmodus zur Erheiterung der Kinderschar auch mal Netflix schauen, das ist nämlich eingebaut (Abo vorausgesetzt). Die Verabreitungsqualität kann ich nicht bemängeln. Das Gefährt macht einen wertigen Eindruck und die Spaltmaße (*sic*) fand ich nicht auffällig. Einen Austausch der LED im Kofferraum habe ich vorgenommen. 3 Minuten “Arbeit” pro LED – damit ist dieser aber dann auch wirklich hell beleuchtet. Außerdem habe ich einen QI Charger für 40 Euro eingebaut, um nicht immer die Handys aufstecken zu müssen. Einziger Kritikpunkt nach 2000 km der mir einfällt ist der Bauart des Autos geschuldet: die Zugänglichkeit des wirklich tiefen Kofferraums ist durch die Klappenkonstruktion in meinen Augen etwas eingeschränkt.

Mobilitätsumstellung

In den vergangenen Jahren ist Elektromobilität oder vielleicht besser – die Umstellung der Mobilität von fossilen Ressourcen auf regenerative Energien – immer mehr in den Focus gerückt. In der Familie haben wir uns mit dem Thema Nachhaltigkeit und Energie auch beschäftigt. Mir ist klar, dass man dieses Thema nicht vollständig ökologisch oder klimaneutral abhandeln kann, andererseits möchte ich aber auch meinen Beitrag leisten.

Beim Neubau unseres Hauses haben wir vor 5 Jahren bereits ganz kräftig in Dämmung, Wärmerückgewinnung etc. investiert und beziehen seitdem auch ununterbrochen Ökostrom, zuerst von Vattenfall, mittlerweile von Lichtblick.

Unser Fuhrpark sah vor ein paar Jahren noch so aus: Mercedes Benz ML350 (Diesel-SUV) und ein Touran 7-Sitzer (Benziner). Dazu mehrere normale Fahrräder, sowie ein Kinderanhänger der Firma Thule. Dieses haben wir ziemlich radikal umgestellt.

K1 und K2 im Ulfbo

Mittlerweile nutzen wir für den Nahtransport (Kiga, Krippe, Spielplatz, Brötchenholen) mit den Kindern vor allem einen Ulfbo Bollerwagen, der gut transportabel ist und uns in jeden Urlaub begleitet. Der Ulfbo ist leider nicht sehr günstig, hat aber den enormen Vorteil der Vairabilität und kann auch am Strand gut mitgeführt werden, ohne darunter zu leiden. An Reparaturen gab es bislang lediglich einen platten Reifen und die Handgriffe, die nach mehreren Jahren einfach “ab” waren und durch handelsübliche aus dem Fahrradladen ersetzt wurden.

Das Packster 80 als Einkaufsesel

Für die Stadtbesorungen haben wir sukzessive zwei Elektrolastenräder angeschafft. Mareike fährt – vor allem wegen des besseren Kindertransports – ein Urban Arrow Family mit Elektroantrieb. Die Kinder lieben es und durch die zweite Sitzbank gibt es auch immer einmal wieder den ein oder anderen Mitfahrer. Das Urban Arrow wird aber auch zum Einkaufen genutzt und leistet da gute Dienste. Ich habe mir ein Jahr später ein Riese und Müller Packster 80 besorgt und kleinere Modifikationen vorgenommen. Zwar habe ich auch den Kinderaufsatz, nutze ihn aber nicht ständig. Die Sitzposition für die Kids finde ich nicht ganz ideal (sitzen direkt auf der Ladefläche, Beine gerade, Ladekante nicht sehr hoch, der Schutz im Urban Arrow ist besser). Mit einer angebrachten Lastenkiste, die abschließbar ist, kann man so problemlos zwei Wasserkisten und den Wocheneinkauf unserer 4-köpfigen Familie erledigen, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. Die abschließbare Kiste ermöglicht es auch, zwei Geschäfte aufzusuchen und keine Angst vor einem Diebstahl der Ware zu haben.

Von unseren Autos ist mittlerweile der Touran als Familienauto geblieben – vor allem wegen des Mangels an einem Elektromobil als 7-Sitzer, das preislich noch erschwinglich ist, das Tesla Model X kann zwar 7 Personen transportieren, ist aber mit >100.000 Eur Anschaffungspreis illusorisch. Mal sehen, was in den kommenden Jahren (VW ID Buzz, Tesla Model Y) noch so auf den Markt kommt.

Der BMW i3s am Schnellader in Leer

Der Mercedes ist verkauft und wurde in der ersten Runde durch einen BMW i3s ersetzt (Dezember 2018). Diesen habe ich ein Jahr lang gefahren und fand ihn recht praktisch. Er ist klein und wendig, fährt für einen Kleinwagen sehr agil und hat eine Reichweite von ca. 200 km im Alltag, die für viele meiner Fahrten ausreichend war. Für Ausflüge nie ein Problem, die Kinder liebten das Auto (extrem leise!) und ich habe selten 12.000 km so günstig gefahren, wie mit diesem Auto. Auch der ulfbo passte gut in den Kofferraum, sodass wir auch Ausflüge nach Cuxhaven gut machen konnten. Trotz CCS Schnelladeoption fand ich nur das Nachladen extrem langsam und wenig alltagstauglich – vor allem mit Kindern. Die Besuche bei den Schnelladern an Autobahnraststätten dauerten mitunter nicht nur einen Kaffee, sondern auch nochmal ein McMenü und noch einen Kaffee. Eine Stunde musste ich immer einplanen, meistens länger oder häufiger, sodass ich eine Strecke von mehr als 300 km nie freiwillig mit den Kindern gefahren bin. Auch alleine waren Strecken ins Ruhrgebiet (vor allem nach Dienstschluss, wenn man eh schon müde war) eine Herausforderung. Wie gesagt – im städtischen Alltag kein Problem, aber in der Mittel-/Langstrecke kaum darstellbar.

Tesla Model 3P

Daher habe ich Anfang Dezember 2019 einen Tesla Model 3 als Ersatz für den BMW angeschafft, der in Punkto Leistungsdaten (gerade hinsichtlich Batteriekapazität, Reichweite und Nachladen) das Vormodell um Längen übertrifft. Ich könnte mich jetzt in Schwärmereien gegenüber dem BMW ergehen, will dieses aber lieber in einem anderen, späteren Artikel tun.