Elektromobilität in der Kleinstadt

Ist Elektromobilität in der Provinz praktisch? Diese Frage habe ich mir seit 2017 gestellt. Unsere Familie – bestehend aus zwei Eltern Mitte dreißig und zwei Kindern (*2015 und *2017) wagt schrittweise den Umstieg. Wir wohnen in einer Kleinstadt ganz im Nordwesten mit 35.000 Einwohnern, mit Eisenbahn und Autobahnanbindung vor der Tür. Vielleicht ein bisschen zur Lebenssituation: 

Papa: Timo, *1978, Arzt und Teilhaber einer Gemeinschaftspraxis mit drei Standorten in Leer (2x) und Hesel. Der Weg zur arbeit pendelt zwischen 3 und 14 Kilometern. 

Mama: aktuell in Elternzeit, sonst angestellte Ärztin in einem Krankenhaus 38 km entfernt. Ansonsten tägliche Einkäufe im Nahradius um 5 Kilometer ums Heim herum.

Kinder: unsere Kinder besuchen die Tagesmutter (200m entfernt) bzw. den Kindergarten (ca. 700m entfernt).

Im Jahr 2017 waren wir total übermotorisiert. Ein Mercedes ML 350 (BJ 2014, Diesel) und eine Mercedes C Klasse 220 BJ (2011, Diesel) kutschierten uns motorisiert hin und her. Meine Frau hat die Kinder mittels Fahrrad und Thule Fahrradanhänger hin- und hergefahren. Der Älteste hat schon mit 2 Jahren Radfahren gelernt und bewältigt Strecken bis 2 km mit dem Fahrrad selber, soweit es das Wetter zulässt.

Dann kam der Dieselskanal und das langsame Umdenken. Der SUV (Mercedes ML) ist im Stadtverkehr unpraktisch (Parklücken, Breite), auf Langdistanzen zwar bequem, aber teuer im Unterhalt und Verbrauch. Mit Drei Leuten auf der Rückbank ist es zwar möglich eine Mitteldistanz zu überbrücken, jedoch nicht die Langdistanz (Mittelsitz nur Notsitz). Ausflüge mit Oma und Opa, den Kindern und uns beiden sind in einem Auto nicht möglich (ein Sitz fehlt). Die C-Klasse ist unpraktisch beim rein- und rausheben der Kinder aus dem tiefen Gefährt, außerdem hatte er zu dem Zeitpunkt fast die 100.000 km erreicht.

Im Jahr 2018 haben wir unsere Mobilität dann grundsätzlich umgestellt. Die C-Klasse und der ML sind verkauft worden und wurden gegen einen VW Touran (BJ 2017, Super-Benzin, optionaler 7-Sitzer) und einen BMW i3s (120 Ah) ausgetauscht. Gleichzeitig wurden die Räder umgestellt. Die Kinder werden jetzt mit einem Urban Arrow family bewegt, der Vater fährt nahezu nur noch mit einem Riese und Müller Supercharger (Modell 2018) zur Arbeit. 

Ich möchte in den kommenden Monaten immer einmal etwas schreiben, was mir hinsichtlich der eMobilität „auf dem Land“ auffällt. Viel Spaß beim Lesen.

Timo