Morgens in der Großen Allee

Nur mal so als kleines Anekdötchen. Ich fahre ja sehr gerne mit dem Fahrrad zur Arbeit. Seit einigen Monaten ja nur noch. Der weg nach Leer aus Loga führt mich fast immer durch die Große Allee (nur nicht bei Sturm). Manchmal fragt man sich ja, ob die Beleuchtung ausreicht. Hier mal ein Foto: ich denke, das demonstriert ganz eindrucksvoll die Potenz des Strahlers.

Radverkehr in die Irre geführt

Die Verkehrsführung an einigen Stellen in Leer ist nicht intuitiv. Ich möchte an dieser Stelle von der Ecke Nessestraße/Sägemühlenstraße – Am Dock berichten, die ich in der Woche mehrfach  befahre.

Im Grunde scheint es der Stadt ja gelegen, dass Radfahrer die Fahrbahn mitnutzen. Seit einiger Zeit sind an vielen Stellen trotz für Radfahrer freigegebener Fußgängerwege auch auf der Straße Piktogramme angebracht, die den Fahrradverkehr dort hinlenken sollen. Soweit so gut. An manchen Stellen hilft es auch als Argumentationshinweis gegenüber den Autofahren, wenn man dort, anstatt auf dem hügeligen Radfußweg fährt.

Die oben angegebene Ecke jedoch ist ziemlich ungeschickt in meinen Augen konstruiert. Aus der Altstadt kommend in Richtung Mülti Süd fällt das besonders auf. Leider sind die Google Bilddaten nicht aktuell, sodass ich nur meine Fotos hochladen kann.

Also. Man stelle sich vor, man fährt auf die Kreuzung zu (links die Polizei, rechts gehts nach Multi Süd). So stellt sich die Verkehrssituation dar: ein breiter Fuß/Radweg aber das Piktogramm Radfahrer auf der Straße: 

Man wählt also die Straße und fährt in Richtung Ampelanlage weiter. 

Hier kommt man dann auf die T-Kreuzung zu und was sieht man. Keine Möglichkeitm ehr, auf den Radweg mehr auszuweichen und die Ampel zu umgehen, mit Ausnahme der wahrscheinlich nicht gestatteten Nutzung des Gleisweges. Eine Absenkung des Bürgersteigs fehlte nach dem Fahrradsymbol auch.

Direkt hinter der ampel wird man als rechtsabbiegender Radfahrer dann allerdings plötzlich mit dem Schild „benutzungspflichtiger Radweg) konfrontiert. Also sorry, dann hätte man auch direkt vorher dafür sorgen können, dass der Radfahrer vorgewarnt wird und den davor freigebenen Fußradweg benutzt. So ist der Verkehrsfluss fürs Rad deutlich behindert, man steckt zwischen dem (teils Schwelast-)Verkehr fest und muss sowieso auf den Radweg.

Umstieg aufs eBike

eBikes sind unsexy, schwer und was für alte Menschen. Darum fahre ich kein eBike…sondern nehme das Auto. Zumindest war das noch vor einigen Monaten so bei mir. Gleichzeitig war es bequemer. Das Auto war aufgrund der Standheizung vorgewärmt, man konnte nebenbei nen Kaffee trinken und kam recht bequem bei der Arbeit an. Soweit zu den Vorteilen.

Im Sommer 2018 habe ich dann das Auto stehen lassen. Von einem Tag auf den anderen. Weil dann doch das Riese und Müller Supercharger in unseren Haushalt Einzug hielt. 2018 war natürlich der Jahrhundertsommer – kein Regen, lange warm, herrlich. Allerdings habe ichs durchgehalten, täglich mit dem Rad zur Arbeit zu fahren, auch im November bei Schmeeregen und 1 Grad Aussentemperatur. Was hat sich geändert, was habe ich geändert?

1.) ich komme entspannter an. Zuhause und bei der Arbeit. Parkplatzsuche entfällt, Tanken entfällt, Staus gibt es keine mehr.

2.) die Zeit, die mich das Radeln aufgrund der geringeren Endgeschwindigkeit kostet ist minimal. Umstrukturierungen in meinem Morgenablauf (losfahren ohne Duschen, dieses bei der Arbeit nachzuholen) haben dazu geführt, dass ich nur 5(!) Minuten eher aufstehen muss, obwohl ich 15 km zur Arbeit radeln muss.

3.) durch den Umstieg aufs eBike bin ich sicher, dass ich pünktlich ankomme, weil die Durchschnittsgeschwindigkeit nahezu immer gleich bleibt. Das ist für mich fast der entscheidende Vorteil des eBikes. Wenn der Ostwind direkt ins Gesicht weht, war das nie ein Problem der Kälte, sondern nur der Geschwindigkeit. Nun sinds immer 26 km/h. Egal. Ich bin pünktlich in der Praxis.

4.) man muss einen Plan B haben. Eine Reifenpanne oder ähnliches darf nicht dazu führen, dass ich nicht ankomme. Ein Plan B existiert und ist auch bereits einmal in Kraft getreten (Reifenpanne, Rad abstellen, anschliessen, Taxi).

Elektromobilität in der Kleinstadt

Ist Elektromobilität in der Provinz praktisch? Diese Frage habe ich mir seit 2017 gestellt. Unsere Familie – bestehend aus zwei Eltern Mitte dreißig und zwei Kindern (*2015 und *2017) wagt schrittweise den Umstieg. Wir wohnen in einer Kleinstadt ganz im Nordwesten mit 35.000 Einwohnern, mit Eisenbahn und Autobahnanbindung vor der Tür. Vielleicht ein bisschen zur Lebenssituation: 

Papa: Timo, *1978, Arzt und Teilhaber einer Gemeinschaftspraxis mit drei Standorten in Leer (2x) und Hesel. Der Weg zur arbeit pendelt zwischen 3 und 14 Kilometern. 

Mama: aktuell in Elternzeit, sonst angestellte Ärztin in einem Krankenhaus 38 km entfernt. Ansonsten tägliche Einkäufe im Nahradius um 5 Kilometer ums Heim herum.

Kinder: unsere Kinder besuchen die Tagesmutter (200m entfernt) bzw. den Kindergarten (ca. 700m entfernt).

Im Jahr 2017 waren wir total übermotorisiert. Ein Mercedes ML 350 (BJ 2014, Diesel) und eine Mercedes C Klasse 220 BJ (2011, Diesel) kutschierten uns motorisiert hin und her. Meine Frau hat die Kinder mittels Fahrrad und Thule Fahrradanhänger hin- und hergefahren. Der Älteste hat schon mit 2 Jahren Radfahren gelernt und bewältigt Strecken bis 2 km mit dem Fahrrad selber, soweit es das Wetter zulässt.

Dann kam der Dieselskanal und das langsame Umdenken. Der SUV (Mercedes ML) ist im Stadtverkehr unpraktisch (Parklücken, Breite), auf Langdistanzen zwar bequem, aber teuer im Unterhalt und Verbrauch. Mit Drei Leuten auf der Rückbank ist es zwar möglich eine Mitteldistanz zu überbrücken, jedoch nicht die Langdistanz (Mittelsitz nur Notsitz). Ausflüge mit Oma und Opa, den Kindern und uns beiden sind in einem Auto nicht möglich (ein Sitz fehlt). Die C-Klasse ist unpraktisch beim rein- und rausheben der Kinder aus dem tiefen Gefährt, außerdem hatte er zu dem Zeitpunkt fast die 100.000 km erreicht.

Im Jahr 2018 haben wir unsere Mobilität dann grundsätzlich umgestellt. Die C-Klasse und der ML sind verkauft worden und wurden gegen einen VW Touran (BJ 2017, Super-Benzin, optionaler 7-Sitzer) und einen BMW i3s (120 Ah) ausgetauscht. Gleichzeitig wurden die Räder umgestellt. Die Kinder werden jetzt mit einem Urban Arrow family bewegt, der Vater fährt nahezu nur noch mit einem Riese und Müller Supercharger (Modell 2018) zur Arbeit. 

Ich möchte in den kommenden Monaten immer einmal etwas schreiben, was mir hinsichtlich der eMobilität „auf dem Land“ auffällt. Viel Spaß beim Lesen.

Timo

Cold Brew Coffee – meine Methode mit Anleitung

Vor mehr als 10 Monaten habe ich bei indiegogo der Plattform für Startup-Unternehmen ein einfaches System zum Kaltbrühen von Kaffee gefunden und war hochinteressiert. Zwar schmeckt mir der Cappuchino zuhause super, aber da kann ich auch von den Bohnen über den Mahlgrad bis hin zur verwendeten Milch alles selber steuern und habe so die wesentlichen Parameter selber im Griff. Bei der Arbeit ist das etwas anderes. Ich mag einfach den Filterkaffee dort nicht, auch der Kaffeevollautomat spuckt den Cappuchino nicht so aus, wie ich es mag, es ist mir meistens zu bitter und spätestens bei der dritten Tasse bin ich zwar wach, habe aber auch ein dickes Loch in der Magenschleimhaut. Die Frage, ob der Kaffee auch Coffein enthält, bekommt man auch des Öfteren gestellt: ja sicher, auch wenn es von der Extraktionszeit und dem späteren Mischungsverhältnis mit Milch, Wasser, etc. abhängt, habe ich die begründete Vermutung, dass es coffeinreicher als normaler Kaffee ist!

Kalt „gebrühter“ vielleicht besser extrahierter Kaffee soll da anders sein, weniger Bitterstoffe enthalten und somit wesentlich bekömmlicher sein. Also was solls – knapp 50 Euro und viel Wartezeit investiert und das Projekt unterstützt. Vor einigen Wochen dann die Versandmitteilung aus den USA, 4 Wochen später endlich das Gerät nach Zollabfertigung in der Hand. Na also – los gehts. Ein wenig Experimentieren – und mal aufgeschrieben, wie das denn so funktioniert mit dem kalten Kaffee (den man auch heiss trinken kann).

Was habe ich verwendet: weiterlesen